Lehre

Lehre verstehe ich als einen zentralen Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit. Sie ist für mich nicht die Vermittlung von Wissen im engeren Sinne, sondern ein Raum, in dem Lernen durch eigenes Tun, Reflektion und Verantwortung entsteht.

Gute Lehre verbindet fachliche Inhalte mit Haltung, Orientierung und der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und einzuordnen. Sie schafft Voraussetzungen dafür, dass Lernende sich als wirksam erleben und Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen können.

Lehrverständnis und Haltung

Mein Lehrverständnis basiert auf dem Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand. Lernen bedeutet für mich, Zusammenhänge zu durchdringen, Erfahrungen zu reflektieren und Wissen in Handlung zu überführen.

Dabei ist Lernen immer auch ein sozialer Prozess. Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind zentrale Elemente, um Orientierung zu gewinnen und eigene Perspektiven weiterzuentwickeln. Lehre soll Neugier wecken, Eigenständigkeit fördern und einen geschützten Rahmen bieten, in dem auch Umwege und Fehler als Teil des Lernprozesses verstanden werden.

Lernen als Prozess

Lernen ist kein linearer Wissenstransfer, sondern ein fortlaufender Prozess aus Erleben, Handeln und Reflektieren.
Nicht nur das Ergebnis ist dabei entscheidend, sondern der Weg dorthin: das Ausprobieren, das Scheitern, das Innehalten und das bewusste Weitergehen.

Ich gestalte Lernräume so, dass Lernende Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen, Erfahrungen einordnen und ihre eigene Entwicklung nachvollziehen können – individuell und im Austausch mit anderen.

Didaktik und Lernformen

In der Lehre setze ich auf handlungs- und erfahrungsorientierte Lernformen, die es ermöglichen, theoretische Inhalte mit realen Fragestellungen zu verbinden. Lernprozesse sind problem- und projektorientiert angelegt und fördern eigenständiges Arbeiten ebenso wie Zusammenarbeit im Team.
Zentrale Elemente sind:
  • das Arbeiten an offenen Fragestellungen,
  • das gemeinsame Entwickeln und Erproben von Lösungswegen,
  • regelmäßige Reflexionsphasen,
  • sowie ein bewusster, konstruktiver Umgang mit Erfolg und Misserfolg.
Ziel ist es, Lernprozesse transparent zu machen und Lernende darin zu unterstützen, fachliche, soziale und persönliche Kompetenzen gleichermaßen zu entwickeln.
  • Erfahrungsorientiertes Lernen  
  • Projekt- und Problemorientierung  
  • Zusammenarbeit im Team  
  • Reflexion & Feedback  
  • Verantwortung übernehmen

Die Lernfabrik als Forschungs-, Lern- und Transferraum

Ein zentrales Element meiner Lehre ist die Lernfabrik – eine reale, industrielle Infrastruktur, die durch die Brede-Stiftung ermöglicht und von mir inhaltlich und didaktisch aufgebaut wurde . Sie ermöglicht Lern- und Forschungsprozesse in einem Umfeld, das technische Systeme, Organisation und menschliches Handeln zusammenführt.
Die Lernfabrik schafft einen Raum, in dem forschungsnahes und problemorientiertes Lernen möglich wird: Fragestellungen entstehen aus der Praxis, Lösungswege werden gemeinsam entwickelt, erprobt und reflektiert. Lernen wird dadurch erfahrbar, wirksam und anschlussfähig – für Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft.

Die zugrunde liegende didaktische Konzeption sowie das Lernfabrik-Prinzip wurden und werden im Rahmen internationaler Kooperations- und EU-Projekte transferiert und weiterentwickelt, unter anderem in Schwellen- und Entwicklungsländern. Ziel ist es, lokale Akteure zu befähigen, eigene Lern-, Qualifizierungs- und Energiesysteme aufzubauen, zu betreiben und weiterzuentwickeln – angepasst an regionale Rahmenbedingungen.

Die besondere Konzeption und Nutzung der Lernfabrik ist überregional wahrgenommen worden und war bereits Gegenstand von Medien- und TV-Berichten.

Lehre im Kontext von Gesellschaft und Energietransformation

Lehre ist für mich immer auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Orientierung.
Die Energietransformation stellt nicht nur technische, sondern auch organisatorische und gesellschaftliche Anforderungen an zukünftige Fach- und Führungskräfte.
In der Lehre geht es mir deshalb darum, technologische Entwicklungen einzuordnen, systemische Wechselwirkungen sichtbar zu machen und Verantwortung für langfristige Auswirkungen zu thematisieren. Die Lernfabrik bietet hierfür einen besonderen Rahmen, da gesellschaftlich relevante Fragestellungen – etwa zur Nutzung erneuerbarer Energien – nicht nur diskutiert, sondern praktisch erfahrbar werden.

Rollen und Lehrformate

Meine Lehrtätigkeit umfasst unterschiedliche Formate, darunter:
  • Vorlesungs- und Seminarformate,
  • problemorientierte Lehrformate,
  • Labor- und praxisnahe Projekt-Formate,
  • sowie die Betreuung von Abschlussarbeiten.
Dabei ist mir die enge Verbindung von Forschung, Praxis und Lehre besonders wichtig.
Gute Lehre schafft Räume, in denen Menschen Verantwortung übernehmen, Erfahrungen reflektieren und gemeinsam lernen können.